FC Mühldorf lehnt neuen Standort laut Sportstättenkonzept ab

[eig] Die Stadtverwaltung hatte eine Präsentation eines Konzepts des FC Mühldorf auf die Tagesordnung für die jüngste Stadtratssitzung gesetzt.

Das sorgte schon zu Beginn der Sitzung für Unmut:
Dr. Georg Gafus (GRÜNE) lehnte die Präsentation mit dem Argument ab, der Stadtrat habe sich schon vor vier Jahren gegen den Standort Altmühldorf entschieden und bräuchte sich deshalb nicht erneut mit diesem Thema zu befassen.
Zudem hatte die Stadt viel Geld für die Entwicklung eines Sportstätenkonzepts ausgegeben, das gute Lösungen aufgezeigt hat.

Die Stadträte Markus Saller (UWG) und Karin Zieglgänsberger (FM) erachteten es als Fehler der Stadtverwaltung, diesen Tagesordnungspunkt nur angekündigt und nicht mit Informationen hinterlegt zu haben. So war eine Vorbereitung nicht möglich.

Stadtrat Oskar Stoiber (CSU) schlug vor, sich die Präsentation anzusehen ohne Fragen dazu zu stellen oder darüber zu diskutieren. Diesen Vorschlag unterstützte auch Stadtrat Rainer Schratt (SPD).

Bürgermeisterin Marianne Zollner verwies auf die Möglichkeit einer erneuten Prüfung eines Stadtratsbeschlusses wenn sich die Verhältnisse erheblich geändert haben.
Durch Abstimmung entschied sich das Gremium, dem Vorschlag von Oskar Stoiber zu folgen und sich die Präsentation anzusehen.

Nach langer allgemeiner Vorrede ohne klare Aussagen zum Thema, die den Unmut der Stadträte erweckte, kam Vorstand Robert Salzberger zum eigentlichen Anliegen:
Der Neubau an der Nordtangente wie vom Sportstättenkonzept vorgeschlagen würde 4,1 Millionen Euro kosten. Das kann sich der Verein nicht leisten. Zudem reicht der Platz nicht für den ganzen Verein aus und Erweiterbarkeit gäbe es nur mittelfristig. (Bild 1)

Da auch die Rennbahn keine Vorteile brächte und durch die Nutzung für Motorsportveranstaltungen zudem eingeschränkt wäre, böte auch dieser Standort keine Zukunft.
Er schlug deshalb vor, den Standort im Altmühldorfer Tal auszubauen wie im Bild dargestellt. (Bild 2)

Die Hochwassergefahr betrifft laut Salzberger nur das östlich gelegene große Spielfeld, das um einen Meter angehoben werden könnte. Auch der Neubau des Vereinsheims könnte so geschützt werden. Die westliche gelegenen Spielfelder wären ohnehin nie überschwemmt worden weil das Gelände in diese Richtung ansteigt. Das Wasserwirtschaftsamt hätte diese Lösung akzeptiert.
Zudem könnte der Verein die Kosten in Höhe von ca. 2,5 Millionen Euro aufbringen.

Unsere Meinung:

Die Ablehnung des Standortes Altmühldorf durch den Stadtrat vor vier Jahren war keine Laune sondern reiflich überlegt:

Schon damals sprach eine Risikoeinschätzung trotz technischer Vorkehrungen zum Schutz vor Hochwasser gegen den Standort Altmühldorf.

Technische Vorkehrungen - sollten sie das gesamte Gelände umfassen, also auch die Zuschauerparkplätze - wären sicher auch nicht umsonst zu haben.

Wir können zudem nicht nachvollziehen, warum der gesamte FC an der Nordtangente keinen Platz haben soll wo doch in Altmühldorf nur ein Kleinfeld mehr entstehen soll.




Bild1: Sportanlage in der Kiesgrube an der Nordtangente



Bild 2: Sportanlage im Altmühldorfer Tal



Bild 3: Altmühldorfer Tunnel: Nord-Süd-Straßentunnel zur Verbindung der Kapellenstraße mit der Staatsstraße 2550 zur Verkehrsentlastung der gesamten Stadt
Ausserdem spricht die Lage zwischen Mühldorf-Mößling-Mettenheim an der zentralen Ost-West-Verbindung für den Standort an der Nordtangegente und gegen den Standort Altmühldorf, der wieder nur über Ecksberg oder über den Stadtberg und die Friedhofstraße zu erreichen wäre.

Zudem verhindert der Ausbau des Sportzentrum den Bau des angedachten Kapellenstraßentunnels, der als dritte Nord-Süd-Verbindung die Staatsstraße 2550 mit der Kapellenstraße ab der Abzweigung Heeresparkstraße verbinden soll.

Da dieser Tunnel als wintersichere und für den Schwerlastverkehr geeignete dritte Nord-Süd-Verbindung die gesamte Innenstadt, besonders aber die Katharinenvorstadt, den Stadtberg, die Innere Neumarkter Straße, die Bahnhofstraße und die Münchner Straße entlasten würde und somit der gesamten Bevölkerung zugute kommt, ist diesem Projekt Vorrang einzuräumen gegenüber dem Ausbau des Sportzentrums im Altmühldorfer Tal.
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